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Im Freien mit Outdoor-Guide Armin Malojer

Kennen Sie Dornbirn schon? Wirklich? Glaubt man dem deutschen Dichterfürsten Goethe, dann war man nicht dort, wenn man es nicht erwandert hat, besser gesagt: „ergangen“ hat. Denn „wandern“ riecht schon wieder nach besonderer Ausrüstung und messbarem Erfolg, nach Höhenmetern und Gipfelsiegen, meint unser Outdoorguide Armin Malojer. Wir wollen aber nur im Freien sein und Ihnen Lust darauf machen, einfach mal loszugehen.

Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt. Wir steigen also so, wie wir sind, am Bahnhof in den Stadtbus Nummer 7 und fahren ins Gütle, einen malerischen Stadtteil Dornbirns am Ende einer sanft gewundenen, von Wald und Dornbirner Ach gesäumten Straße, nur gute fünf Kilometer vom Dornbirner Zentrum entfernt. Durch einen idyllischen kleinen Park mit einem 41 m hohen Mammutbaum von beachtlicher Stammweite geht es vorbei an ehemaligen Arbeiter-Wohnungen mit Gemüsegärten, an bemoosten Wasserrohren, die von der industriellen Vergangenheit des Gütle zeugen, und auf der ersten Brücke über eines der Wasserrohre zum Einstieg in die Schlucht.

Wer sich da schon stärken muss, kann das im romantischen Rappenlochstadel direkt am Wasserfall tun. Nach einer guten halben Stunde sind wir am Staufensee – man sollte sich allerdings mehr Zeit nehmen, denn die spektakulären Wasserfälle und Felsstürze mit ihren sich an Felsen festklammernden Bäumen und Sträuchern laden zum Verweilen und Staunen ein. Anschließend geht es gemächlich am See entlang zur Alplochschlucht, einer wildromantischen Klamm, die aus einem Gletscherschliff entstanden ist. Abenteuerlich anmutende, aber gut gesicherte Stege führen durch sie hindurch und an außergewöhnlichen Felsformationen vorbei. Nach etwa 30 Minuten führt der Weg durch einen Laubwald zur Ebnitstraße. Von dort kann man mit dem Landbus 47 im Stunden-Takt zum Ausgangspunkt am Dornbirner Bahnhof zurückkehren. Wir steigen bei der Station „Karrenseilbahn“ aus. Immer noch in leichtem Schuhwerk und ohne Eile geht’s auf den 976m hohen Hausberg der Dornbirner, Ausgangspunkt für Spaziergänge und Touren in die umliegenden Natur-Erlebnisräume wie Ebnit, First, Staufen, Rappenloch und Alploch, sowie über die Gemeindegrenzen hinaus Richtung Schuttannen und Hohe Kugel. Je nach Kondition und Gusto rennt, läuft, geht oder schlendert man den Karren hinauf auf unterschiedlich anspruchsvollen Wegen.

 

Unser Outdoorguide springt über seinen Schatten und geht mit uns den gut ausgebauten und breiten Forstweg hinauf, ein wenig ungnädig etwas von einem „Pensionisten-Weg“ murmelnd. Haben wir nicht gehört. Wer möchte, quält sich ein bisschen mehr über den steilen Aufstieg, wer es noch ruhiger angehen möchte, fährt mit der Seilbahn hinauf, sieht, staunt und genießt den spektakulären Blick ins Rheintal und auf den Bodensee von der neuen gläsernen Aussichtsplattform, der Karrenkante und verewigt diese Eindrücke am Selfie-Point. Wir lassen es für heute gut sein mit dem Gehen, essen noch einen guten Kuchen im Panoramarestaurant Karren und lassen uns in der Abenddämmerung sanft von der Seilbahn hinunter ins Tal tragen. Es geht uns ja ums Draußen-Sein, nicht um Rekorde, uns nicht.

 

 

Outdoor-Guide Armin Malojer

Der Outdoorguide und Naturführer lebt mit seinen drei
Katzen in Dornbirn. Nach vielen Jahren als Journalist
und Texter hat er seinen Traum verwirklicht und ist nun
hauptsächlich im Freien unterwegs. Wenn er nicht draußen ist,
löst der 51 jährige gerne anspruchsvolle Kreuzworträtsel im
Café Steinhauser, als Kontrast und fürs städtische Flair.